Wie zufrieden ist die Bevölkerung mit den Bedingungen zum zu Fuß gehen in ihrem Wohnort? Aus welchen Gründen werden kürzere Strecken nicht zu Fuß gegangen? Und welche Maßnahmen und Verbesserungen werden von Fußgängerinnen und Fußgängern gewünscht? Diese und weitere Fragen erhebt der VCÖ derzeit in einer Online-Umfrage:
Gemeinsam mit Radeln for Future besuchten wir beim Memorial Ride auch Stellen in Wien, wo wir „Schuhe der Erinnerung“ aufgestellt hatten, für getötete Fußgänger:innen. Drei Orte von Unfallstellen von Fußgänger:innen und einige weitere von getöteten Radfahrenden fuhren wir ab und gedachten dort der Opfer. Vision Zero – als Ziel der Stadt Wien – also Null getötete Verkehrsteilneher – braucht: Temporeduktion in der Stadt, eine hochwertige Infrastruktur, verpflichtende Abbiegeassistenten bei LKWs und konsequente Kontrollen.
Ein kleines Video ist daraus entstanden (Danke an Christoph Schwarz)
600 TeilnehmerInnen aus 65 Ländern bei der 25. Walk21 Konferenz in Tirana / Albanien – und alle diskutierten über die größte Nebensächlichkeit der Welt. Das Zu Fuß Gehen. Weiterlesen.
Der 1. Österreichische Fußverkehrsgipfel ist von 23.-24. September 2025 in Graz über die Bühne gegangen. Wir kommen mit vielen neuen Ideen, Eindrücken und Wissen, dass den Fußverkehr in Österreich stärken kann, zurück!
Key Message: „Fußgehräume sind Lebensräume!“
Der Verein Geht-Doch hat am Fußverkehrsgipfel mit viel Enthusiasmus zwei Präsentationen abgehalten – eine davon gemeinsam mit der Radlobby.
1) Am Tag 2 in Session 3.4.: „Gehkultur gestalten – Initiativen fürs Zu-Fuß-Gehen“ präsentierten Hanna Schwarz und Sophie Thiel den Vortrag mit dem Titel „Geht-Doch: Durch Tactical Urbanism zu klima- und menschengerechteren Straßenräumen„. Dabei zeigten und diskutierten wir unsere langjährige Expertise zum derzeit extrem aktuellen Thema Tactical Urbanism!
Tactical Urbanism ist ein Ansatz für kostengünstige und kurzfristig umsetzbare Interventionen im öffentlichen Raum! Diese meist temporären Interventionen stoßen langjährige und großflächig skalierbare Veränderungen an!
Die von uns prästentierten Aktionsformate und Interventionsideen wie #wohnstrassenleben sollen Gemeinden und Initiativen zum Nachmachen anregen! Darum hier nochmal für alle unsere Präsentation zum Nachblättern:
2) Am Tag zuvor hielt Sophie Thiel von Geht-Doch gemeinsam mit Roland Romano von der Radlobby einen gemeinsamen Vortrag in der Session 1.3 „Mit Superblocks das Gehen fördern – Einblicke in die Praxis“. Sie präsentierten dort den Vortrag mit dem Titel „Bridging the gap to Superblocks – Innovative Instrumente zur Prozesserleichterung“.
Das Superblock-Konzept gilt als ein vielversprechender Ansatz, um Einzelmaßnahmen zur Förderung des Fußverkehrs quartierweise zu bündeln und umzusetzen. Im Vortrag wurden essenzielle Instrumente vorgestellt, mit denen NGOs wie die Radlobby und Geht-Doch die Lücke zur Etablierung von Superblocks schließen können:
Fachwissen und Datengrundlagen: Die Bereitstellung konkreter Erkenntnisse aus Forschungsprojekten wie SUPERBE ist wichtig, um Gebiete mit guter Eignung als Superblock mittels GIS-Analysen zu identifizieren. Dazu gehört auch die umfassende Toolbox Trans|formator:in als Wissensdatenbank zur Beschleunigung der Transformation von Straßen und Plätzen.
Standards und Umsetzung: Es wurden die drei Ausbaustufen – Mindest-, Regel- und Goldstandard – für eine leichtere Implementierung vorgestellt. Der Regelstandard sieht beispielsweise die Umnutzung eines Teils der ehemaligen Kfz-Flächen für blau-grüne Infrastruktur sowie Fuß- und Radverkehr vor.
Mobilisierung und Netzwerke: Die Session hob die Bedeutung von Petitionen und Unterschriftenlisten hervor, um Unterstützer*innen gezielt zu mobilisieren. Das Superblock-Konzept kann zudem Gemeinden bei der Zielerreichung in mehreren Dimensionen der SDGs unterstützen, weshalb Bündnisse verschiedener Sektoren die Umsetzung erleichtern.
Zum Abschluss dieser zwei Tage lobte die Moderatorin vom ORF Steiermark diesen wunderbaren ersten „Fußball-Gipfel“ (Freudscher Versprecher), was ihr jede Menge Lacher einbrachte. Fußball gespielt wurde tatsächlich nicht, aber für zukünftiges Sponsoring sollten wir es dort versuchen!
Was haben wir vom 1. österreichweiten Fußverkehrsgipfel „mitgenommen“?
– Fußverkehr muss gezählt werden“ nur so gibts valide Daten, um aufzuzeigen, wie die Verteilung von Fortbewegungsarten tatsächlich ist.
– besser und schneller mit temporären Maßnahmen (Stichwort Tactical Urbanism!) Veränderungen bewirken
– Tempo30 kann leichter verordnet werden Und soll insbesondere vor Kindergärten, Schulen, Altersheimen, Freizeiteinrichtungen als Maximalgeschwindikeit eingerichtet werden, da dort die Verkehrs-Sicherheit an oberster Stelle stehen muss. Leider hat es sich noch nicht zu allen Sachverständigen durchgesprochen.
– Autofreie Schulvorplätze sind so viel mehr als „nur“ autobefreit Sie sind gelebte Integration – von allen Menschen.
– der internationale Tag des Zu Fuß Gehens wird im kommenden Jahr am 27. April 2026 begangen
– der nächste österreichweite FussRadVerkehrsGipfel findet von 9.-11.September 2026 statt
Dank der Bücherei Wieden, Agendgruppe Wieden und geht-doch gibt es dieses Jahr wieder eine grandiose Bespielung des Mozartplatzes. Lasst euch das nicht entgehen. Kommt einfach – für Kleine und Große Leute.
Das war das Grätzlfest „Miteinander Bewegt“ am Mozartplatz im Mai 2024:
wurde der Platz „gesund“ genutzt – mit Kinderturnen, dem Zorbingball, einem grünen Parcoursteppich statt Asphalt, eine mobile Radwerkstatt – Danke – Radhaus!, eine kleine „essbare Stadt“ angelegt – zu den Palmen wurden weitere Töpfe mit Kräutern bepflanzt und die SchüerlInnen der Mittelschule Schäffergasse brachten Selbstgebackenes mit.
Gab es zum Abschluss ein Freiluftkino unterm Dach mit dem Cycle Cinema Club. Alle durften abwechselnd Strom mit den Rädern erstrampeln, um gleichzeit den Film „But Beautiful“ sehen zu können. Was für eine tolle, sinnvolle Tätigkeit. 🙂
Freuen wir uns, im Juni nochmals am Mozartplatz zu sein!
Danke an Eva Billisich für deine Lesung – hier ihr Text:
Kognitive Dissonanz 2020
Grad in Zeiten so wie diesen – kurz sei hier darauf verwiesen – kommts trotz breiter Akzeptanz zu kognitiver Dissonanz. Die Leute ham zwar Disziplin in unserm schönen alten Wien, dennoch gewinnt sie an Prägnanz, die kognitive Dissonanz.
Bei vielen Instruktionen täglich schwirrn die Köpf’ ja schon unsäglich. Müd macht auch manche Redundanz in diesem Info-Rattenschwanz. Zum Glück nimmt man’s auch mit Humor. Nur ein poa schrein laut im Chor: „Da ist viel zu viel Ignoranz! Wachts auf! Kapierts net die Brisanz?“
Es san doch alle informiert, dass si’s privat goa net rentiert so a Belehrungsfirlefanz – damit verdienst kan Lorbeerkranz und gehst a in ka Resonanz. Natürlich bleibt beim Ernst der Lage immer noch manch offne Frage. Von Nickelsdorf bis nach Frastanz beweisn wir dennoch Konstanz bleibn brav zu Haus, haltn Distanz – trotz kognitiver Dissonanz.
Es plagn sich die grauen Zellen Jo, wie benutzt ma s’ auf die schnelle/n? Bemüht folgend dem Vorschlag Kants: – Hab Mut, bedien dich des Verstands!
Breitere Gehsteige – mit Mindestmaßen nach ÖNORM, heißt 2Meter Mindestbreite.
Keine Hindernisse auf Gehsteigen (keine Scooter, keine an Hausmauer versperrten Fahrräder)
3cm Gehsteigabsenkungen (für Rollstuhl noch möglich, für Blindenstock ertastbar)
Ca 70-80% der Gehsteige sind bereits barrierefrei.
Blindenleitsysteme sollen nach ÖNORM 50cm von Hindernissen entfernt geführt sein (in der Realität oft nicht)
Notwendigkeit nach kurzen Querungsmöglichkeiten
Gut berollbare Bodenbeläge
Benötigt werden Sitzgelegenheiten, mit Armlehnen für leichteres Aufstehen
Menschen im Rollstuhl haben eine andere Perspektive, sie benötigen Informationen auf Blickhöhe von 1m (z.b. Notrufstellen)
Probleme für Barrierefreiheit:
Nicht gut abgesicherte Baustellen
Gefälle der Gehsteige zur Straße hin ist zu groß
Farbe des Blindenleitsystems ist farblich zu wenig kontrastiert (MA28)
Akustische Ampelsignale sind von 22-6Uhr abgeschaltet (und nicht überall vorhanden)
Ampelschaltungen
Rot-gelbe Ampeln für Öffis, die zusätzlich zur Fußgängerampel eingeschaltet werden können, aber nicht mit dieser gleichgeschaltet sind (für Blinde nicht erkennbar).
z.B. der Zweirichtungs Radhighway auf der Praterstraße + Lassallestraße.
Gemeinsam mit den 20er*innen haben wir am 6. Tag der Wohnstraßen, dem internationalen Parking Day, die Othmargasse im 20. Bezirk bespielt, bewohnt, belebt. Gleichzeitig ist sie eine der gefährlichsten Wohnstraßen Wiens. Die Straße wird generell mit viel zu hohem Tempo befahren. Statt der gebotenen Schrittgeschwindigkeit wird mit 30-40km/h zu- und abgefahren. Das ist viel zu viel.
Wie gut lässt es sich im Grätzl gehen? Wo ist mensch gut unterwegs, weil die Wege barrierefrei sind, weil es verkehrsberuhigt ist und begrünt? Wo sollte der Bezirk noch nachbessern?
Wie ist die Sicht der Dinge von Menschen die bewegungseingeschränkt sind? Diese Fragen wollen wir in einer einstündigen Begehung thematisieren. Fotografisch festhalten, wo wir Negativbeispiele finden, Passant:innen befragen, wie gerne sie dort unterwegs sind und Verbesserungsvorschläge sammeln.
Die Schwachstellen werden wir an die Bezirkspolitik weitergeben, damit diese im Sinne der Zu Fuß Gehenden und Mobilitätseingeschränkten Personen verbessert werden. Kommen Sie mit! #lassmichgehen!
Heute fand die 1. Wiener Ampelwanderung auf der Wexstraße # Jägerstraße im 20.Bezirk statt. Wir weisen auf unmenschlich lange Ampelwartezeiten und unpackbar kurze Grünzeiten für Fußgänger:innen hin!
Rollen wir den Fußgänger:innen in Wien den roten Teppich aus!
Wir alle wünschen uns eine Stadt mit hoher Lebensqualität – diese zeigt sich am besten darin, wieviele Menschen gerne zu Fuß in ihr unterwegs sind. Darum müssen die Bedingungen fürs Zu Fuß Gehen noch verbessert werden.
Das funktioniert mit: 1. öfteren und längeren Grünphasen für die Fußgänger:innen. 2. Abschaffen von Bettelampeln (= Ampeln, die man drücken muss, um sich als Fußgänger:in anzumelden) 3. Querungsmöglichkeiten auf allen Seiten einer Kreuzung, damit das Zu Fuß Gehen direkt möglich ist – und keine Umwege zu gehen sind. 4. Verkehrsberuhigung und Temporeduktion beim Kfz-Verkehr zulassen.
Um den mühsamen Ist-Zustand darzustellen, fanden sich am Freitag AktivistInnen von geht-doch ein, um auf einer Kreuzung im 20. Bezirk die Kreuzung dreimal zu umrunden.
“Anstrengender als auf einen Berg zu gehen!” befanden einige, andere fingen derweilen an sich die lange Wartezeit mit Stricken zu verkürzen, zwei andere schleppten sicherheitshalber den Sessel gleich mit.
Das brisante an der Kreuzung Wexstraße / Jägerstraße ist, dass da morgens und nachmittags jede Menge Schüler:innen ins TGM pilgern – zeitweise deutlich mehr, als KFZ Verkehr – und dieser aber im Schnitt 5x soviel Zeit zur Verfügung hat, wie die Fußgänger:innen.
Gemeinsam mit der #Grätzlmarie bespielen wir im Mai & Juni den Öffentlichen Raum im 2. und 20. Bezirk. DANKE an die Stadt Wien, dass sie damit ehrenamtlich agierende Menschen und Vereine unterstützt.
Was passiert da?
Viele weitere Initiativen sind gemeinsam mit uns aktiv, wir haben uns vernetzt, um uns gegenseitig bestmöglich zu unterstützen. All unseren Initiativen ist gemeinsam, dass wir durch Werkzeuge des „tactical urbanism“ aufzeigen wollen, wie wir den Öffentlichen Raum künftig nutzen wollen und was verbessert werden soll.
Von A wie Ampelwanderung bis Z wie Zebrastreifenmalen
Wir schauen uns in den kommenden Wochen genau die Situation fürs Zu Fuß Gehen in der Leopoldstadt und in der Brigittenau an. Dazu laden wir zu einer Ampelwanderung, um zu sehen, wie mühsam es sein kann, um über eine Kreuzung zu kommen. Dann veranstalten wir zwei Begehungen gemeinsam mit dem Verein bizeps und den Mobilitäts Scouts und zum Abschluss bespielen wir die Wohnstraße Staudingergasse. Die Erfahrungen, Verbesserungsvorschläge und Forderungen werden wir in Folge an die Bezirksvertretungen 2 + 20 richten. Komm gerne auch hin und unterstütze uns dabei!