Schulvorplätze in Wien – eine kritische Auseinandersetzung mit der Analyse der Stadt Wien.

SchulvorPlatz in einer verkehrsberuhigten Wohnstraße.

Die Stadt Wien hat Anfang Februar 2026 eine Studie zur Analyse von Schulvorplätzen an allen 316 Wiener Volksschulen veröffentlicht. Dabei wurde ein Vergleich mit Erhebungen zu Schulvorplätzen von 2021/22 mit jenen aus 2025 angestellt.

Das Fazit der Stadt Wien: 

“Der Vergleich mit der Erhebung aus dem Jahr 2021/2022 zeigt in nahezu allen untersuchten Kriterien Verbesserungen. Das zeigt deutlich die Bemühungen der Stadt Wien, Schulumfelder stetig qualitativ zu verbessern. 

Unsere Urenkelkinder können sich freuen!

Dazu muss mensch wissen: Schulvorplätze können ganz unterschiedlich aussehen. Viele Schulvorplätze in Wien sind nicht mehr als ein Gehsteig, der zur Schule führt. Vor dem Schultor und zur Abgrenzung zur Fahrbahn befindet sich ein der Zaun – in der Fachsprache: “Prellgitter” – damit die Kinder bei Unterrichtsende nicht aus der Schule hinaus auf die Straße stürzen. Unsere Forderung entspricht einer großen, sicheren und angenehmen Fläche vor der Schule, etwa einer Straße, die vom Auto-Verkehr befreit ist.

Im Bericht werden fünf verschiedene Typen von Schulvorplätzen unterschieden:

  • Jene die nur einen Gehsteig (inklusive Prellgitter) haben – das sind Stand 2024/25: 114
  • Jene mit längerem Zugang (bspw durch den Schulgarten, ums Schulgebäude herum): 45
  • jene mit einer platzartigen Situation vor dem Eingang: 49
  • jene an einer Ecksituation: 11
  • jene im Verbund-  also speziell mit mehr Platz: 97
    • hier wollen wir genau unterscheiden: vor der Schule mit Parkanschluss34 (wunderbar! zb. VS Schulgasse in 1180 Wien)
    • mit Auto-freiem Straßenraum (temporär als Schulstraße oder permanent) – 39,
    • mit Auto-freier Hofsituation – 13,
    • mit einem Vorfeld vor der Schule – 11.
Quelle: Stadt Wien, Rosinak & Partner 2026: Analyse Schulvorplätze in Wien.

97 Schulen – von 316 – weisen also einen sicheren und angenehmen Schulvorplatz auf. Alle anderen Schulen (219) können damit nicht aufwarten – haben diesen multifunktionalen “Freiraum” leider nicht. 

 
Darum forderten wir gemeinsam mit Platz für Wien 2020:
350 Schulen (inklusive VS, MS, AHS) sollen einen autofreien Schulvorplatz bis 2030 haben! Alleine auf Volksschulen bezogen wären das mindestens 175 Autofreie Schulvorplätze vor Volksschulen bis 2030


Unser Kritikpunkt 1:

2025 gibt es – laut Analyse – 97 autofreie Schulvorplätze – (alle Schulen aus der 5.Kategorie). 

Das ist zwar eine Steigerung um 20% zu 2021, bedeutet aber: nicht einmal ein Drittel aller Volksschulen haben Autofreie Schulvorplätze! 219 Schulen fehlen noch, 21 Schulvorplätze wurden in fünf Jahren umgestaltet, also vier pro Jahr. 219 durch 4 = 55. Das heißt:

In diesem Tempo dauert es 55 Jahre, bis alle Volksschulen Wiens einen sicheren, autofreien Schulvorplatz haben.

Von unserer Forderung nach 175 Autofreien Schulvorplätzen vor Volksschulen bis 2030 leider weit entfernt.

Kritikpunkt 2:

21 Schulen wurden umgebaut (zwischen 2021-2025) – 8 Schulen haben sich – trotz Umbaus – nicht verbessert und werden auch nicht nach Schulnote 1 beurteilt.
Wir fragen uns: Nach welchen Kriterien werden Schulen umgebaut? Warum gibt es keinen – “Da wollen wir hin-Plan” der Stadt Wien inkl. Verschlechterungsverbot, der bei jedem Umbau angewandt wird?

Quelle: Stadt Wien / Rosinak & Partner 2026: Analyse zu Schulvorplätzen

Kritikpunkt 3: 

Schulen mit Anbindung an kinderfreundliche Radinfrastruktur:
Hier gab es + 7%-Punkte mehr in 4 Jahren (von 22% auf 29%) – also 7 Volksschulen / Jahr wurden an kinderfreundliche Radinfrastruktur angeschlossen. Wenn die Stadt Wien weiterhin nur 7 Volksschulen pro Jahr ans sichere Radverkehrsnetz anbindet, dauert das mit der jetzt fehlenden Anzahl von 223 Schulen noch 32 Jahre! Auch das finden wir zu lange.


Kritikpunkt 4:

Die durchschnittliche Fläche pro Kind und Schulvorplatz ist im Schnitt von 2021 bis 2025 geringfügig gesunken, weil knapp 10.000 Kinder mehr in Wiens Volksschulen sind, als noch vor 5 Jahren. Die durchschnittliche Fläche eines Vorplatzes ist im Vergleich dazu um 20% gestiegen – weil mehr Schulen gebaut wurden. 

Neue Schulen werden vorbildlicherweise gleich mit großer Vorplatzfläche gebaut. Diese entstehen aber meist dort, wo es sowieso genug Platz gibt (in Stadtentwicklungsgebieten). Nur sehr wenige Schulen in der dicht bebauten Stadt profitierten also von einem Flächengewinn auf ihren Schulvorplätzen. Dort ist es aber genau deswegen sogar besonders notwendig, Kindern sichere, autofreie Plätze zum Spielen und Verweilen freizuräumen!
Denn an der steigenden Anzahl der Schüler:innen zeigt sich, dass es Bedarfe gibt, weitere Vorplätze autofrei zu schaffen, damit dieser Raum vielen Kindern täglich zu Gute kommt, anstatt wenigen Autos ab und zu. 

Die Radlobby hat diese informative Karte Wiens mit autofreien Schulvorplätzen zusammengestellt:

Karte der Radlobby zu autofreien Schulvorplätzen in Wien. Feburar 2026.

Link zur Karte.

Anmerkung: In der Zählung der Radlobby werden ausschließlich Autofreie Schulvorplätze angeführt (nach Volksschulen und Sekundarstufe unterschieden), sowie Schulstraßen nach Wiener Modell. Nicht aufgelistet sind „verkehrsfreie Hofsituationen“ und „Vorfeld“, die in der Analyse der Stadt Wien zu autofreien Schulvorplätzen dazugezählt werden.

Potenzialkarte Sitzmöglichkeiten jetzt online!

Das Bild zeigt einen Ausschnitt der neuen Potenzialkarte Sitzmöglichkeiten für Wien. Die grün eingefärbten Straßenabschnitte sind gut mit Sitzgelegnehieten versorgt, die roten Straßenabschnitte sind unterversorgt.

Alle Menschen, die aktiv unterwegs sind, brauchen Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen, Warten, als Treffpunkt oder um die Umgebung zu beobachten. Viele Personen mit Mobilitätseinschränkungen sind auf Sitzmöglichkeiten im Abstand von maximal 100m angewiesen, um überhaupt selbstbestimmt mobil sein zu können.

Um die Situation auch in Wien endlich flächendeckend zu verbessern, bieten die Interessenvertretungen Geht-Doch, Radlobby Wien und Walk-Space eine neue Potenzialkarte Sitzmöglichkeiten an. Diese interaktive Karte zeigt, wo in Wien Sitzgelegenheiten vorhanden sind – und wo sie noch fehlen!
Hier gehts zum ganzen Artikel.

Aufruf zum Mapping von Sitzmöglichkeiten in deiner Wohnumgebung!

Der freie Datensatz des gemeinschaftlichen Kartenprojekts OpenStreetMap (OSM) lädt nun alle Menschen in Wien dazu ein, beim Erfassen und Korrigieren von real (nicht mehr) existierenden Sitzmöglichkeiten mitzuwirken – und so unsere Forderung nach ausreichend Sitzmöglichkeiten sowie nach einer aktuellen, städtischen Datenbasis zu stärken. Die Anleitung zum Mapping findest zu hier.

Möchtest du für ein kleineres bis größeres Gebiet  eine „MappingPatenschaft“ übernehmen beim Sitzgelegenheit-Mapping? Aufgabe wäre, im Rahmen von Spaziergängen usw. zu schauen, dass größtmögliche Übereinstimmung zwischen dem OSM-Datensatz und der Realität hergestellt wird. Wer ein Gebiet übernehmen möchte: mailt bitte einen Screenshot des Gebietes, das du gerne übernehmen möchtest inklusive Beschreibung der Außengrenzen an neugierig@geht-doch.wien

Steinitzsteg: Komplettsperre für Aktive Mobilität verhindern

Das Bild zeigt Radfahrende auf dem gelben Steinitzsteg und hat einen markanten Schriftzug, der lautet: "Vorrang für Aktive Mobilität" sowie "Mail-Aktion gegen die Sperre des Steinitzstegs!"

Ab 2027 soll der Steinitzsteg 5 Jahre lang dem Autoverkehr geopfert und somit komplett für den Fuß- und Radverkehr gesperrt werden. Hintergrund ist die von der ASFiNAG angekündigte Sanierung der Nordbrücke.

Wir fordern: 1 Fahrspur muss für die Aktive Mobilität offen bleiben!

Mach mit beim Online Protest:

Mit wenigern Klicks kannst du mit uns und vielen weiteren Aktivist*innen gegen die Komplettsperre protestieren! Hier erfährst du wie und kannst auch gleich den Redebeitrag von Geht-Doch auf der Radeln4Future Demo am 6. Juni 2025 nachlesen.

Absage: Geht-Doch Sommerpicknick am 16.6.

Wetterbedingt müssen wir das für heute, Montag den 16.6., geplante Sommerpicknick absagen. Aber wir haben uns einen Ersatztermin überlegt:

Save the (Ersatz) Date:

Alle Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, sind herzlich willkommen bei unserem Sommerabschlusspicknick an der Neuen Donau (Nähe U6 Station Neue Donau).
Genauer Ort siehe gelb-rote Markierung am Plan unten!

Versorgung: Für ein paar Snacks und Getränke wird gesorgt sein, alles andere (Picknickdecke, Badegewand, Sonnenschutz, vollwertige Mahlzeiten, eigene Getränke) bringt bitte selbst mit.

Wann: Donnerstag, 28. August (After-work, + bring gerne Familie und/oder Freunde mit)
Uhrzeit: 18:00 bis 21:00

Ort: Auf der Wiese neben dem “USUS am Wasser” (Am Bruckhaufen 2093/1, 1210 Wien)

https://maps.app.goo.gl/fx7mPahW4r2XCg9Y7

Hinweis: Das Picknick wird wieder nur bei Schönwetter stattfinden!

Das Wiener Koalitionsprogramm 2025-30

Geht-Doch hat gemeinsam mit Wir machen Wien das neue Wiener Koalitionsprogramm durchgelesen und die wichtigsten Punkte davon für euch aufbereitet! Von Tactical Urbanism über Gartenstraßen und der Ringstraße bis zu kindergerechten Schulvorplätzen: Möchte man diesem Programm glauben schenken, könnte sich die Stadt Wien in den nächsten fünf Jahren tatsächlich im Sinne der „Platz für Wien“ Forderungen weiterentwickeln. Jedoch scheint das zu Fuß Gehen unverständlicherweise immer noch ein Randphänomen für die Stadtregierung zu sein! Während der Radverkehr mit konkreten Projekten glänzen kann, wird der Fußverkehr nur vereinzelt gemeinsam mit anderen Themen wie Schulwegsicherheit abgehandelt. Die Koalition muss hier nachbessern und das Zu Fuß Gehen mit seinem riesigem Potenzial für die Verkehrswende besser berücksichtigen und am besten die wissenschaftlich fundierten Platz für Wien Maßnahmen umsetzen!

Wir werden die Regierung in den kommenden Jahren in gewohnter Manier an ihre Versprechen erinnen – wenn nötig mit kreativen Aktionen als Nachdruck. Natürlich stehen wir dabei mit unserem jahrelangen Know-How und einem unermüdlichen Tatendrang bis zur Zielerreichung als Partnerin zur Seite!

Die gesamte Analyse findest du hier: https://wirmachen.wien/blog/das-neue-wiener-koalitionsprogramm-paradigmenwechsel-oder-einfach-nur-mehr-vom-alten/

Verkehrspolitisches Wahlbarometer zur Wien-Wahl 2025

Mehr Platz für Baum, Fuß und Rad! Das war der Slogan der größten Verkehrsinitiative Wiens im Jahr 2020. “Platz für Wien” hatte anlässlich der Wien-Wahl vor fünf Jahren 18 zentrale verkehrspolitische Maßnahmen entwickelt und die Positionierung von Parteien und Bezirksvorstehungen eingefordert. 57.000 Wiener:innen haben diese Anliegen unterzeichnet.

Zur bevorstehenden Wien-Wahl 2025 haben WirMachenWien, Radlobby Wien und Geht-Doch Wien die nun kandidierenden Parteien um (erneute) Stellungnahme gebeten: Unterstützen Sie die #PlatzFürWien-Forderungen? Die 18 wissenschaftlich fundierten Maßnahmen umfassen unter anderem die Schaffung attraktiver Straßen zum Gehen und Verweilen, die Förderung sicherer Mobilität für Kinder, den Ausbau einer durchgängigen und sicheren Radinfrastruktur, sichere Kreuzungen sowie die Förderung von Multimodalität, um die Mobilität für alle Menschen zu fair-bessern und die Lebensqualität zu steigern. Geht-Doch war es wichtig auch die Forderung nach einem designierten Budget fürs zu Fuß Gehen als Äquivalent zum Radverkehrsbudget, zu inkludieren. Denn ohne ein eigenes und motiviertes Budget für Maßahmen, die das zu Fuß Gehen und die Aufenthaltsqualität des Öffentlichen Raums flächendeckend verbessern, ist die Mobilitätswende in Wien nicht zu schaffen. Vor allem vor dem Hintergrund, das das Fußverkehrsbudget vom vormaligen Klimaministerium nun ausgelaufen ist.

Die Antworten der Parteien lassen sich allgemein in drei Kategorien abbilden: Klare Zustimmung, keine Zustimmung und keine inhaltliche Antwort. Während GRÜNE, NEOS und KPÖ/LINKS die Forderungen ganz unterstützen, wollen sich SPÖ und ÖVP nicht explizit zu den Forderungen bekennen und erklären ihre verkehrspolitischen Ansätze. FPÖ und Team Strache äußern sich (fast) nicht. Auch die Bezirksvorstehungen (BV) der 23 Wiener Bezirke wurden zu ihrer Positionierung befragt. Aus neun Bezirken langten Antworten ein, die grundsätzlich positiv ausfielen und teils sehr ausführlich auf Maßnahmen der Bezirke eingingen. Ausdrückliche Unterstützung der #PlatzFürWien-Forderungen kamen aus den Bezirken 4, 8, 9, 18 und 22. Umfangreiche Auseinandersetzungen mit den 18 Maßnahmen zeigten die BV aus Wieden, Favoriten, Penzing und Rudolfsheim-Fünfhaus. Ottakring griff sogar zur Selbst-Evaluation. Nur das Bezirksbüro der Inneren Stadt erklärte sich für die Anfrage als unzuständig. Eines ist sicher: Die Wien-Wahl 2025 wird in Anbetracht von Klima- und Mobilitätszielen sowie zunehmender Überhitzung in der Stadt eine verkehrspolitische Weichenstellung für die Bundeshauptstadt. Ein Vergleich der Positionen – mit ausführlichen Zitaten und detaillierter Analyse.

Analyse der Antworten: Die Parteien im Vergleich

Die von den Initiativen formulierten Forderungen umfassen Maßnahmen zur Steigerung der Lebensqualität durch Verkehrsberuhigung, zur Förderung aktiver Mobilität sowie Begrünung des öffentlichen Raums. Alle Parteien wurden gefragt, ob sie die geforderten Maßnahmen umsetzen wollen und ob sie die für die Mobilitätswende notwendigen Ressourcen bereitstellen würden. 

Klare Zustimmung mit konkreten Umsetzungsplänen: GRÜNE, KPÖ/LINKS und NEOS

GRÜNE befürworten sämtliche abgefragte Maßnahmen und gehen detailliert auf einzelne Aspekte ein. Besonders betonen sie die Bedeutung von Tempo 30: „Wir sind generell für die Ausweitung von Tempo 30. Im Bereich von Schulen könnte man das dank der letzten StVO-Novelle sofort, ohne aufwändiges Verwaltungsverfahren, umsetzen.“, das Ziel sind autofreie Schulvorplätze. Die Errichtung von viel mehr Supergrätzln wird unterstützt. In den Bezirken sollen mehr Fußgängerzonen und Begegnungszonen entstehen. Auch in puncto Radverkehr setzen GRÜNE auf ambitionierte Ziele: „Der Radverkehr soll nicht im Schlingl-Schlangl über Umwege durch die Stadt geführt werden. Vielmehr brauchen wir gerade an den Geschäftsstraßen sichere Radinfrastruktur.“ Sie setzen sich ebenfalls für eine Priorisierung der Ampelschaltungen für Fuß-, Rad- und Öffiverkehr ein. 

Die KPÖ/LINKS treten für Verkehrsberuhigung , barrierefreie Gehwege, mehr Sitzgelegenheiten sowie einen Ausbau autofreier Schulvorplätze ein. “Wir priorisieren die Umsetzung in benachteiligten, autofreundlichen Grätzln. Daneben wollen wir Straßen für den Kfz-Durchzugsverkehr unterbrechen und für Zufußgehende zum Verweilen einladen, nach dem Vorbild Favoritenstraße.” Sie gehen noch einen Schritt weiter und formulieren über die ursprünglichen Forderungen hinausgehende Vorschläge. Besonders hervorzuheben ist ihre Forderung nach Tempo 30 auf allen Hauptverkehrsstraßen ohne Ausnahmen: „Dies ist als eine sofort und durch Verordnung kostenfrei umsetzbare Maßnahme die mit der größten Wirkung für die Vision Zero, Lärm- und Schadstoffreduktion, und physische und psychische Gesundheit, vor allem bei den Benachteiligsten.“ Auch in Sachen Begrünung setzen sie ambitionierte Ziele: „Alle Straßen Wiens sollen Alleen werden, um die Bewohner*innen mit einer grünen Lunge zu versorgen. Es fehlen noch ca. 182.000 Bäume, die dringend gepflanzt werden müssen.“

Die NEOS unterstützen die gestellten Forderungen vollinhaltlich, beschreiben Maßnahmen näher und nennen ihre bisherigen Umsetzungen in der Stadtregierung: „Mit Wiens größter Radwegoffensive schaffen wir bis Ende 2025 100 km neue und verbesserte Fahrradinfrastruktur.” Sie seien noch nicht fertig und wollen auch den Fußverkehr verbessern. Sie sprechen sich für die „kontinuierliche Schaffung neuer verkehrsberuhigter Wohngebiete”, die Verbreiterung von Gehsteigen sowie neue Sitzgelegenheiten aus. Zudem für ein hochwertiges Radwegenetz, geschützte Radwege an Hauptstraßen und eine flächendeckende Öffnung von Einbahnen. Auch in Bezug auf Schulwegsicherheit zeigen sie klare Unterstützung: „Wir wollen den Ausbau autofreier Schulvorplätze weiter aktiv vorantreiben, um Kindern sichere und bewegungsfreundliche Räume zu bieten.“ Die Forderungen nach sicheren Querungen über Hauptstraßen und gerechtere Ampelschaltungen werden ebenfalls unterstützt. 

Keine Zustimmung, mit eigenem Programm: SPÖ und ÖVP

Die SPÖ verweist in ihrer Antwort auf bereits umgesetzte Maßnahmen, bezüglich der Fragen bleibt sie jedoch vage und gibt keine Zustimmung zu den Forderungen. Sie hebt hervor, dass Wien bereits Programme für die lebenswerte Stadt umsetze. „Konkret wurden Bäume gepflanzt, Grünflächen geschaffen, helle, klimafreundliche und wasserdurchlässige Pflasterung eingesetzt, Sitzmöglichkeiten geschaffen, Pergolen errichtet und mit Nebelstelen und Wasserspielen die wichtige Kühlung an Hitzehotspots ermöglicht. […] Trotz der Komplexität der Anforderungen im Wiener Straßenraum wurden knapp 100 km neue Radinfrastruktur in dieser Legislaturperiode auf den Weg gebracht.“ Zudem wurden „320 Projekte zur Begrünung und Entsiegelung umgesetzt. […] Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Wiener Mobilitätslandschaft stellt die Verkehrsberuhigung dar. Hierfür werden durch Supergrätzl, Begegnungszonen und Fahrradstraßen der Durchzugsverkehr aus den Wohngebieten herausgeholt, um den Anrainer*innen ein erweitertes Wohnzimmer zur Verfügung zu stellen.” Die vage Stellungnahme zu den angefragten konkreten Forderungen stellt einen deutlichen Unterschied zur Wien-Wahl 2020 dar, wo die Rad-Forderungen von #PlatzFürWien in das Wahlprogramm der SPÖ fanden. Damals ein gutes Zeichen, als schon hier der positive Einfluss von #PlatzFürWien auf Ulli Simas geplante Radoffensive, Verkehrsberuhigung und Begrünung erkennbar war. Die SPÖ legt sich also heuer nicht mehr auf konkrete Zielzahlen fest, sie möchte aber die Maßnahmen der aktuellen Legislaturperiode fortsetzen. 

Die ÖVP gibt keine Zustimmung zu den Forderungen und stellt stattdessen ein eigenes Mobilitätskonzept vor. Ihr Fokus liegt auf dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs in den Außenbezirken sowie auf Maßnahmen zur Verbesserung des Autoverkehrs: „Eine moderne Stadt braucht ein durchdachtes Mobilitätskonzept, das alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt und nachhaltige Alternativen fördert.“ Die Partei setzt auf den Ausbau von Park & Ride-Anlagen sowie eine bessere Nutzung von Garagen, um den ruhenden Verkehr zu optimieren. Abgefragte Maßnahmen werden nur teilweise erwähnt und sind nicht zentraler Bestandteil ihrer Position.

Keine inhaltliche Antwort: FPÖ und Team HC

Die FPÖ gibt keine inhaltliche Antwort auf die gestellten Fragen, sondern führt kurz aus, dass jede Maßnahme vor Umsetzung individuell geprüft werden müsse. Das Team HC von Heinz-Christian Strache hat auf die Anfrage nicht geantwortet.

Fazit: Wer setzt sich für welche Mobilitätspolitik ein?

Die Auswertung der Antworten zeigt deutliche Unterschiede in den verkehrspolitischen Schwerpunkten der (Wahlprogramme der) Parteien:

  • GRÜNE, KPÖ/LINKS und NEOS setzen sich für eine konsequente Umsetzung der geforderten Maßnahmen inklusive des eignen, designierten Fußverkehrsbudgets, ein. Diese Parteien formulieren ambitionierte Ziele und präsentieren konkrete Umsetzungsvorschläge.
  • Die SPÖ verweist auf bereits umgesetzte Maßnahmen und setzt auf flexible Lösungen, bleibt aber vage in ihren Zusagen und versprechen auch kein designiertes Budget fürs zu Fuß Gehen.
  • Die ÖVP legt den Fokus auf den öffentlichen Verkehr und den Autoverkehr, ohne sich dezidiert zu den Forderungen der Initiativen zu äußern.

Wähler*innen, denen eine nachhaltige und aktive Mobilität und klima- und menschengerechte Stadtgestaltung wichtig sind, finden bei GRÜNE, KPÖ/LINKS und NEOS die stärkste Unterstützung. Die SPÖ bleibt in der Mitte und möchte ihre Programme fortführen, setzt aber keine klaren quantifizierbaren Zusagen. Die ÖVP bietet kaum Anknüpfungspunkte zu den gestellten Forderungen.

Vollständige Antworten der Antretenden Parteien auf Stadtebene: https://wirmachen.wien/wp-content/uploads/2025/04/PfW2025_Parteienantworten_gesammelt.pdf

Die 18 Forderungen von #PlatzfürWien könnt ihr hier nachlesen.

#WorstOfGehsteig in Wiener Bezirken

Hier erhaltet ihr eine Übersicht über die unzumutbarsten Gehsteige in allen Wiener Bezirken. Der erste Bezirk „Innere Stadt“ ist übrigens der einzige Wiener Bezirk, der Anfang 2025 immer noch keinen „Masterplan Gehen“ ausgearbeitet hat.

Eine unvollständige Sammlung an Einzelbildern zu #WorstOfGehsteig aus 2020 findet ihr hier:

Die Compilations der „Worst-of #WorstOfGehsteig“ je Bezirk findet ihr hier:

#WorstOfGehsteig in allen Wiener Bezirken

1. Bezirk – Innere Stadt

Nächste Geht-Doch Aktion!

Streicht euch Mittwoch, den 2. April 2025 zwischen 16 und 17Uhr fett in euren Kalendern an! Gemeinsam mit GÜRTEL LIEBE setzen wir die Aktion #WORSTofGÜRTEL-GEHSTEIG um und zwar im Rahmen der Aktionstage Verkehrswende zur Wien-Wahl von #WirmachenWien.

Zusätzlich ist der 2. April 2025 der erste Nationale Tag des zu Fuß Gehens den wir mit unserer Aktion feierlich zelebrieren!

Treffpunkt: 16Uhr am Urban-Loritz-Platz
Abmarsch: 16:15Uhr am inneren Neubau-Gürtel Richtung Josefstädter Straße.

Unsere Forderungen für den Gürtel

  1. Autos runter vom Gehsteig!
  2. Auflösung aller Parkspuren
  3. Sichere Gehsteige >2m Breite
  4. Radwege baulich trennen
  5. Tempo 30 (in der Nacht)

Die Ergebnisse der Aktion findet ihr hier: https://geht-doch.wien/worstofguertelgehsteig/

Verbesserungen für das Wiener Klimagesetz (Stellungnahme von #WirmachenWien unter Mitarbeit von geht-doch)

Das Titelbild zeigt ein Foto auf dem vier Fahrradfahrende nebeneinanderfahrend von hinten zu sehen sind. Offensichtlich besuchen sie gerade eine Fahrraddemo, da eine Person ein Demo-Schild auf dem Rücken montiert hat auf dem "Vorrang für Fahrradfahrende" zu sehen ist. Im Vordergrund dieses Titelbilds sind einmal der Schriftzug "Wir machen Wien" und darunter der - in Form einer Sprechblase gehaltene - Schriftzug "In Bewegung kommen. Unsere Stellungnahme zum Wiener Klimagesetz" zu lesen.

Sophie von geht-doch hat mit dem #WirMachenWien-Team sowie einer Vertreterin der Agendagruppe Lichtenthal Verbesserungsvorschläge für den Entwurf zum Wiener Klimagesetz erarbeitet und am 11.10. offiziell eingebracht.

Zu folgenden Punkten haben wir Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet:

  • Evaluation wirksam machen – Im Entwurf sind keine Zeitschienen für die Evaluation der Klimaschutzmaßnahmen laut Klimafahrplan aufgeführt.
  • Einberufungen zeitgemäß und resilient gestalten – Nur der Bürgermeister kann laut Entwurf die Sitzungen der zentralen Steuerungsgruppe einberufen und leiten. Diese Regelung ist weder demokratisch noch krisenfest.
  • Ziele einhalten – Der unverbindliche Ansatz des vorliegenden KG-Entwurfes bedeutet, dass wesentliche Fragen zur Erreichung der sogenannten Wirtschaftssektoren-Ziele weiterhin unbeantwortet bleiben.
  • Beteiligung der Bevölkerung stärken

>> Lies die volle Stellungnahme zum Wiener Klimagesetz auf der Homepage von #WirMachenWien

Mehr Informationen zu den konkreten Verbesserungvorschlägen könnt ihr in diesem Beitrag auf der #WirMachenWien Seite nachlesen.

Und hier findet ihr den Entwurf zum Klimagesetz (die Stellungnahme-Frist ist jedoch bereits abgeschlossen)